Kein Elbe-Saale-Kanal
Elbe-Saale-Kanal:
"Notwendige Verkehrsprojekte für Sachsen-Anhalt statt unsinnigem Prestigeprojekt!" fordert der Landesvorsitzende Ralf-Peter Weber.
Der Landesverband Sachsen-Anhalt von BÜNDNIS 90/Die Grünen Bundesverkehrsminister fordert Bundesverkehrsminister Stolpe auf, den derzeit diskutierten Elbe-Saale-Kanal nicht in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen.
"Was Sachsen-Anhalt im neuen Bundesverkehrswegeplan braucht, ist eine schnelle Umsetzung wichtiger Ortsumgehungen (wie Wernigerode, Bebertal, Bitterfeld Nordost) und Schienenbauvorhaben (insbesondere Umrüstung auf Neigetechnik). Die geschätzten Baukosten von 100 Mio. Euro für einen Elbe-Saale-Kanal sind dagegen reine Verschwendung von Ressourcen ohne wirtschaftliche Folgewirkungen" so Weber."
In Halle Trotha, dem einzig nennenswerten Saale-Hafen für Güterumschlag, wurden im vergangenen Jahr 2002 weniger als 20 Schiffe entladen und nur ein Schiff beladen. Die Gründe für den Rückgang des Schiffverkehrs liegen nicht im vermeintlich mangelhaften Ausbauzustand des Flusses, sondern im Strukturwandel der Wirtschaft: Der Bedarf an Massenguttransporten per Schiff schrumpft mit dem Rückgang der Altindustrien massiv.
Mit der Koalitionsvereinbarung haben Bündnis 90/Die Grünen und SPD die alten Elbausbaupläne und die früher geplante Saale-Staustufe gestoppt. Das war ein großer Erfolg für unsere Flusslandschaft und für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Der vorgeschlagene Saale-Elbe-Kanal wäre ein Schritt zurück, da er den Druck auf einen Elbausbau mit Fahrtiefen von 2,50 m zwischen Halle und Barby wieder erhöhen würde. Der Kanal verliefe zudem durch bestehende und potentielle Überflutungsgebiete und würde die Bemühungen um einen schnell zu verbessernden Hochwasserschutz konterkarieren, da seine Auswirkungen gründlich untersucht werden müssten.
"Verkehrsminister Daehre und die Landesregierung sollten aus der Hochwasserkatastrophe zukunftsträchtige Lehren ziehen und nicht in eine Flusspolitik aus dem letzten Jahrhundert zurückfallen", fordert Weber.