Die Deutsche Bahn AG plant, das Servicepersonal an den Bahnhöfen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt weiter zu reduzieren. Etwa 150 Stellen sollen in diesem Bereich insgesamt wegfallen.
"Dies geht ganz klar zu Lasten der Kundenfreundlichkeit und wird weitere Reisende, insbesondere ältere Menschen aber auch Reisende mit Kindern davon abhalten, die Bahn zu nutzen", erklärte die Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, Inés Brock.
"Ausgerechnet beim Service einsparen zu wollen, bringt in Sachsen-Anhalt Nachteile für den Tourismus und fördert den Beginn einer Mobilitätswüste." Wenn es künftig nicht einmal mehr stationäre Servicepoints auf den meisten Bahnhöfen gebe, vergraule die Bahn gerade diejenigen, die als Pendler oder Touristen sicher durch und in Sachsen-Anhalt reisen und auch sicher ankommen wollen. "Schon jetzt stauen sich häufig Menschenschlangen an den Fahrkarten-Automaten, weil Reisende an der Benutzerunfreundlichkeit derselben scheitern. Nicht genug, dass diese völlig unflexibel sind. Die Bedienung verlangt den Reisenden eine Menge ab. Ältere Menschen aber auch Familien verzweifeln regelmäßig daran. Wenn dann auch noch der Ansprechpartner am Servicepoint wegfällt, werden sich leider etliche wieder gegen die Bahn als Transportmittel entscheiden", betont Inés Brock.
Nach Angaben der Gewerkschaft TRANSNET soll es künftig in Sachsen-Anhalt kaum noch stationäre Servicepoints geben. Selbst auf hochfrequentierten Bahnhöfen wie Dessau sollen Anzahl und Besetzungszeiten des Servicepersonals massiv reduziert oder gar ganz abgebaut werden.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Bahn auf, diese Pläne zurückzunehmen. Brock: "Schließlich ist die Bahn darauf angewiesen, dass sie genutzt wird. Sie sollte sich Kundenfreundlichkeit etwas kosten lassen – in Form von gutem Service und Betreuung." Sollte die Bahn an ihren Plänen festhalten, sieht die grüne Landesvorsitzende das Land in der Pflicht, über die Verkehrsverbünde den Service an den Bahnhöfen für die Reisenden zu gewährleisten. Sie erwarte eine entsprechende Initiative des Landes, um Arbeitsplätze im Mobilitätsmanagement und im Tourismus für Sachsen-Anhalt zu sichern und die Mobilität der vielen Pendlerinnen und Pendler in Sachsen-Anhalt auch weiterhin zu gewährleisten.