BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verstärken in den nächsten Wochen ihren Protest gegen das Projekt Saalekanal. Los geht es breits am kommenden Sonnabend, 11. Februar 2006. "Es kann nicht angehen, dass Bauminister Daehre wider aller Vernunft an Elbausbau und Kanal festhält", so Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Der Minister betone, er wolle ökologische Kriterien prüfen. "Das ändert nichts an der Tatsache, dass das Projekt volkswirtschaftlich überhaupt keinen Sinn macht".

Unakzeptabel sei, dass Daehre die Einschätzung des Wirtschaftsvertreters ignoriere, dass sich ein Transport auf dem Wasser nur bei 1.500 Tonnen Lademenge pro Schiff rentiere. Das wäre mehr als eine Verdoppelung der derzeit möglichen Lademenge von 700 Tonnen. "Daehre sollte eine Antwort darauf geben, wie er freie Fahrt von 1.500-Tonnen-Schiffen garantieren wolle, ohne die Flüsse zu kanalisieren und zu betonieren. Schiffe dieser Größer erfordern drei Meter Wassertiefe und zwar ganzjährig", so Weber. Und weiter: "Die umstrittene Abtragung des Domfelsens mit Kosten von 25 Millionen Euro bringt lediglich zehn Zentimeter mehr an Tiefe. Für die ganzjährige Beschiffbarkeit fehlt demnach mindestens ein ganzer Meter."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betonen erneut: Der Saalekanal ist eine vorhersehbare Investruine, die kein einziges Schiff zusätzlich aufs Wasser bringt. "Alle Argumente zählen für Daehre nicht. Über 100 Millionen Steuergelder sollen mutwillig versenkt werden", so Weber.

Anlässlich der Tagung "Die Elbe – Lebensraum oder Fahrrinne" am 11. Februar 2006 (13.30 – 17.30 Uhr im "Mückenwirt", Magdeburg) startet der Landesverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine landesweite Unterschriftenaktion für die Erhaltung der Elbe als einzigartigen Naturschatz in Sachsen-Anhalt. Initiiert wird diese Aktion von Ernst-Paul Dörfler und Iris Brunar, bündnisgrüne Direktkandidaten in Wittenberg bzw. Dessau-Roßlau. Alle 45 DirektkandidatInnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nehmen Unterschriftenlisten mit in ihre Wahlkreise und rufen die Menschen vor Ort dazu auf, mit ihrem Namen für einen nachhaltigen Umgang mit unserem Lebensraum zu stehen. Für die bündnisgrüne Landtagsfraktion wird der Erhalt unserer Flusslandschaften Wählerauftrag sein.

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