Laut Zeitungsberichten plant Bahnchef Mehdorn, nach einem Börsengang mit Schienennetz bis zu 4.000 der 35.000 Streckenkilometer deutschlandweit stillzulegen. Besonders betroffen wären die neuen Bundesländer. "Für Sachsen-Anhalt würde dies bedeuten, dass vermutlich rund ein Viertel des Schienennetzes von Stilllegung bedroht ist. Viele Orte sind dann ganz vom Schienenverkehr abgehängt", so Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN befürchten schwere Nachteile für die regionale Wirtschaft, da wichtige Anbindungen an den Schienengüterverkehr verlorengehen. Möglicherweise betroffen wären beispielsweise die Strecken Quedlinburg–Thale, Halberstadt–Blankenburg und Berga-Kelbra–Stolberg.
Weber: "Diese Pläne gehen einher mit geplanten Kürzungen der Regionalisierungsmittel. Wo keine Nahverkehrsbahn mehr fährt, braucht sie auch nicht mehr bezuschusst werden, scheint die fatale Logik von Bahn und Bundesregierung zu sein. Diese Politik läuft in die vollkommen falsche Richtung."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern Ministerpräsident Böhmer auf, sich klar gegen Streckenstilllegungen im Land auszusprechen und die Kürzungen der Regionalisierungsmittel abzulehnen. Außerdem sollte er sich klar und öffentlich von Mehdorns Plänen distanzieren, die Bahn mit Schienennetz an die Börse zu bringen.
Sowohl die Privatisierung der Bahn als auch die Kürzung der Regionalisierungsmittel müssen im Bundesrat mit beschlossen werden.