Seit vielen Jahren ist bekannt, dass Sachsen-Anhalt einen extremen Unterversorgungsgrad in der ambulanten Psychotherapie/ Psychiatrie insbesondere im Kinder und Jugendbereich hat. "Minister Kley hat sich dafür nie interessiert und wiegelt auch jetzt wieder ab. Das ist grob fahrlässig.
20 Prozent aller Kinder zeigen Verhaltensauffälligkeiten, die oft gerade von einem sozial schwachen Elternhaus nicht abgefangen werden können", so Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Folgen: Wartezeiten in Beratungsstellen und Ambulanzen von bis zu einem Kinderlebensjahr bedeuten für den Einzelnen, dass Misserfolg in der Schule, Eskalationen in den Familien, Ausgrenzung und schlimmstenfalls ernste Erkrankungen vorprogrammiert sind. Auch Mittel der Jugendhilfe, die präventiv wirken könnten, wurden flächendeckend reduziert.
Brock: "Auf die stationäre Versorgung zu verweisen, bedeutet Pathologisierung und Kostenexplosion, sitzen doch in den Psychiatrien oft auch jene Kinder, denen eine familienorientierte Begleitung aus der ambulanten Versorgung heraus fehlt."
Eine ganze Kindergeneration werde links liegengelassen, weil weder die Schulen noch die Jugendhilfe und eben auch nicht die Medizin auf die psychischen Verunsicherungen der Kinder angemessen reagieren (können). "Das ist der Skandal, zu dessen Handlanger sich Kley mit seiner Ignoranz macht", so Brock.