Warum brauchen wir Zuwanderung? Bündnisgrüne werden Debatte offen führen!

Nach Abschluss des Fachgesprächs (25.04.2003 in Magdeburg) zum Thema Zuwanderungsgesetz, zu dem der Landesverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Fachleute eingeladen hatte und u.a. Omid Nouripour vom Bundesvorstand als Gast referierte, zieht die Landesvorsitzende Inés Brock folgendes Fazit:

"Gerade die besondere Situation, in der Menschen in unserem Bundesland Zuwanderung erleben, erfordert einen offensiven Umgang mit dem Thema. Von den wenigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ohne deutschen Paß (1,7% der Bevölkerung) bleiben nur wenige auf Dauer hier. Mehr als die Hälfte darf aus rechtlichen Gründen ihres Aufenthaltstatus nicht arbeiten. Der erfolgreiche ausländische Wissenschaftler und der zugereiste Unternehmer, der Arbeitsplätze schafft, tauchen in der Debatte um Zuwanderung kaum auf. Das wollen wir ändern.

Wir unterstützen das Aktionsbündnis, das die Wohlfahrtsverbände in Sachsen-Anhalt anstreben. Es ist wichtig, ein Leitbild für Zuwanderung in unserem Land zu entwickeln. Das von Günter Piening (Ausländerbeauftragter der Landesregierung und designierter Ausländerbeauftragter von Berlin) vorgestellte Memorandum weist darauf hin, dass das Engagement ausländischer Mitbürger gestärkt werden muß, um sich offensiv vom Bild des bedürftigen Fürsorgeobjektes 'Ausländer' zu verabschieden.

Es ist für alle ein Gewinn, in Vielfalt zu leben. Gesteuerte Zuwanderung in Mangelbereiche des Arbeitsmarktes und Umsetzung der Genfer Flüchtlingskonvention sind die bündnisgrünen Minimalforderungen. Es ist im Zuge der erneuten Auseinandersetzung mit dem in erster Lesung im Bundestag vorliegenden Zuwanderungsgesetznotwendig offensiv zu thematisieren, warum auch in Sachsen-Anhalt Zuwanderung gebraucht wird."