PM Nr.44-03 vom 11.07.2003

Weltbevölkerungstag - Entwicklungshilfefonds erhöhen

Weltbevölkerungstag - Entwicklungshilfefonds erhöhen.

"Wir sollten den Weltbevölkerungstag* zu Anlaß nehmen, die demografische Frage anders zu bewerten, als sie im Zusammenhang mit der Sicherung sozialer Systeme in Deutschland formuliert wird." fordert Landesvorsitzende Inés Brock.

Die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr um über 80 Millionen Menschen. Das sind ungefähr so viele Menschen wie derzeit in Deutschland leben. Mehr als 6 Mrd. Menschen leben bereits heute auf unserem Globus. Mit jedem Jahr treten die Unterschiede in der Entwicklung der Bevölkerung zwischen den Industrieländern und Entwicklungsländern deutlicher hervor. Die Bevölkerungszahl Deutschlands wird bis zum Jahre 2050 um voraussichtlich 15 Millionen Menschen sinken. In den ärmsten Ländern wird sich die Bevölkerung bis 2050 mehr als verdoppeln. [DSW-Datenreport 2003 den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zum diesjährigen Weltbevölkerungstag herausgibt]

Wenn Frauen die Wahl haben, werden sie weniger Kinder gebären als ihre Mütter. Auf der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung 1994 haben die Völker der Welt reproduktive Gesundheit als Menschenrecht anerkannt. Alle haben das Recht, die Größe ihrer Familien und den zeitlichen Abstand der Geburt der Kinder selbst zu bestimmen, so die Diagnose des DSW.

Der Wohlstand in Deutschland tritt durch die Katastrophenstimmung der gegenwärtigen Diskussion in der Wahrnehmung der Menschen zu sehr in den Hintergrund. Die armen bevölkerungsreichen Länder v.a. in Afrika können ihre Aufgaben der Gesundheitsversorgung nicht erfüllen. Unterernährung und Seuchen wie AIDS können nicht bekämpft werden.

Es täte uns gut, trotz der Defizite in den Haushalten nicht zu vergessen, was Deutschland dazu beitragen kann, um durch Aufklärungskampagnen, Zugang zu Verhütungsmitteln und Hilfe zur Selbsthilfe für diese Länder den Trend zu weniger Kindern zu unterstützen. Dazu müssen endlich, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung erhöht werden." fordert Brock.

 

(* Vor mehr als 10 Jahren, am 11. Juli 1987, hat die Zahl der Weltbevölkerung fünf Milliarden überschritten. 1989 beschloß der Verwaltungsrat des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, jedes Jahr am 11. Juli den Weltbevölkerungstag zu begehen. Ziel dieses Tages ist es, auf drängende Bevölkerungsfragen aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit von Lösungen zu unterstreichen.)


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