Bündnisgrüne entsetzt über Vorstellungen von Herrn Minister Rehberger zur Kernkraft

Atomausstieg konsequent fortsetzen

Ralf Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, glaubte mitten im heißen Hochsommer den 1. April erwischt zu haben. Denn zuerst dachte er an einen Scherz, als er die Absicht des Wirtschaftsministers Horst Rehberger zur verstärkten Nutzung der Kernenergie vernahm.

"Jahrelang haben viele BürgerInnen, Umweltgruppen und WissenschaftlerInnen mit einem mehrheitlichen Rückhalt in der Bevölkerung für den Ausstieg aus der Atomenergie gekämpft. Mit der Vereinbarung zur schrittweisen Abschaltung der Atomkraftwerke bis 2021 ist dieser gesellschaftlichen Forderung nachgekommen und das Ende des Atomzeitalters eingeläutet worden. Durch den gleichzeitigen Ausbau der regenerativen Energien konnten wir beweisen, dass praxistaugliche Alternativen möglich sind. Umso unverständlicher nun die rückwärtsgewandte Einstellung von Herrn Rehberger." so der Landesvorsitzende.

Die Hauptprobleme der atomaren Risikotechnologie seien hinreichend bekannt: erstens gibt es bis heute kein Endlager für den hochradioaktiven Strahlenmüll und zweitens kann es durch Unfälle oder terroristische Anschläge zu Katastrophen wie denen in Tschernobyl kommen.

"Leider muss ich feststellen, dass bei vielen PolitikerInnen eine Visionslosigkeit vorherrscht. Da wird eine mit vielen Steuermilliarden subventionierte Sackgassen-Technologie angepriesen – während die alternativen Energien mit rund 130.000 Stellen einen echten Jobmotor darstellen.

Auch der oft gelobte Vorteil des kontinuierlichen Betriebes von Kernkraftwerken stimmt so nicht: gerade die jüngsten Kraftwerksdrosselungen aufgrund des Kühlwassermangels zeigen, dass nicht einmal eine Witterungsunabhängigkeit gegeben ist. Vergleicht man, dass die Kernenergie mit ca. 30% an der Nettostromerzeugung beteiligt ist und der regenerative Strom inzwischen an die 9% herankommt, ist für die Zukunft ein komplettes Ersetzen des Atomstromes realistisch" erläutert Ralf Peter Weber.