PM Nr.69-03 vom 20.10.2003

Beschneidung von Ausbildungspotenzial verschärft Ärtzemangel

Mit großen Bedenken hat Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die Empfehlungen der vom Kultusministerium eingesetzten Arbeitsgruppe Hochschulmedizin aufgenommen. Insbesondere stößt die vorgeschlagene Streichung von 28 Professuren und jedes fünften Studienplatzes an den Medizinischen Fakultäten in Halle und Magdeburg auf Kritik. „Mit dem Kappen von Ausbildungspotenzial droht die Gefahr, dass sich der massive Ärztemangel in Sachsen-Anhalt weiter verschärft“, sagte Inés Brock. Bereits jetzt sei die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Bis 2010 nehme der Ärztemangel dramatisch zu, da es für viele „Landärzte“, insbesondere Hausärzte, die bis dahin in Rente gehen, keinen Nachfolger gebe, so Inés Brock. Auch die Krankenhäuser hätten zunehmend Probleme, Arztstellen neu zu besetzen. „Ausbildungskapazitäten zu verringern, ist kontraproduktiv“, so Inés Brock. Weniger Professoren verschlechtern die Ausbildungsqualität, die sich auf die Nachfrage auswirkt. Weniger Studienplätze heißt, noch weniger Absolventen für dringend zu besetzende Arztstellen in Sachsen-Anhalt zu haben, so die bündnisgrüne Landesvorsitzende weiter. Sie erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zusicherung von Gesundheitsminister Gerry Kley, zusätzlich einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin zur Profilierung der Hausärzteausbildung zu schaffen.

© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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