Fall Glombitza: Fahler Beigeschmack bleibt
Innenminister Hövelmann und Untersuchungsleiter Rainer Nitsche mühten sich heute, die Äußerungen des Desssauer Polizei-Vizechefs Hans-Christoph Glombitza zu erklären. "Das Ergebnis wochenlanger Untersuchungen soll einserseits ergeben haben, dass die drei Staatsschützer die Aussagen ihres Vorgesetzen fehlinterpretiert und aus dem Zusammenhang gerissen hätten", so der Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Christoph Erdmenger. Andererseits wurde bestätigt, dass Glombitza tatsächlich darauf verwies, die intensivere Verfolgung rechtsextremistischer Straftaten würde negative "Folgen" haben und die Kampagne "Hingucken" sei "etwas für die Galerie".
"Wie Hövelmann und Nitsche es auch zu drehen und wenden versuchen - ein fahler Beigeschmack bleibt", so Erdmenger. Es dürfe nicht passieren, dass ein Vize-Polizeichef falsch zu interpretierende Sätze zur Verfolgung rechtsextremistischer Straftaten fallen ließe, die erfahrene Polizeibeamte auch noch als Dienstanweisung verstehen, sich verunsichert fühlen und möglicherweise deshalb Versetzungen zustande kamen.
"Innenminister Hövelmann ist aufgefordert, in der von ihm angekündigten `Reaktion gegen Herrn Glombitza´ unmissverständlich klar zu machen: Kein Zaudern der Polizei bei Nazis!"