Sachsen-Anhalt kann auf ein neues Atomkraftwerk verzichten
Als Erfolg bündnisgrüner Anti-Atom-Politik bezeichnet Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die heutige Abschaltung des ersten deutschen Atomkraftwerkes im niedersächsischen Stade: "Einer der ältesten Reaktoren Deutschlands geht vom Netz - der Atomkonsens zeigt Wirkung." Weber erneuerte seine Kritik am "Energiekonzept" von Landes-Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP), das ausdrücklich auch auf die Kernenergie setzt. "Des Ministers Anbiederung an die Industrie, die ohnehin ihr Festhalten am Atomausstieg bekundet hat, ist unlogisch. Herr Rehberger betreibt nicht nur eine antiquierte und visionslose Energiepolitik, sondern agiert auch gegen das Sicherheitsinteresse in der Bevölkerung."
Die Risiken der Atomtechnologie seien unbestreitbar. Die Katastrophe von Tschernobyl dürfe niemals in Vergessenheit geraten. Bis heute gebe es weltweit kein sicheres Endlager für den radioaktiven Müll. Bedrohlich sei die Verbreitung atomaren Materials zu kriegerischen Zwecken und die Gefahr terroristischer Angriffe auf Atomkraftwerke.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern ein eindeutiges Bekenntnis der Landesregierung zur Nutzung von regenerativen Energien als wirklichen Job-Motor. Die praxistauglichen Alternativen zur Atomenergie sind laut Weber längst erbracht. Im Vergleich: Kernenergie ist mit etwa 30 Prozent an der Nettostromerzeugung in Deutschland beteiligt, der regenerative Strom liefert inzwischen neun Prozent. "Ein komplettes Ersetzen des Atomstroms ist in Zukunft realistisch", so Weber. "Sachsen-Anhalt braucht keinen Verkauf unter Wert. Das Land kann auf ein neues Atomkraftwerk verzichten."