Auf schrumpfende Einwohnerzahl reagieren

"Den langfristigen Trend, abnehmender Bevölkerungszahlen, können wir nur langfristig ändern - kurzfristig muss die Politik sich daher auf die neuen Gegebenheiten einstellen", so das Resümee des Landesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt,Christoph Erdmenger, bei der Landeskonferenz "Von der Wachstums- zur Schrumpfungspolitik? Herausforderungen des demografischen Wandels" am heutigen Tage in Dessau. Auf der Veranstaltung der bündnisgrünen Landesverbandes diskutierten Experten aus Wissenschaft und Politik sowie bündnisgrüne Kommunalabgeordnete  die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Hintergrund: In den letzten Jahren hat Sachsen-Anhalt einen dramatischen Bevölkerungsverlust erfahren. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Einwohnerzahl innerhalb von 60 Jahren halbiert haben. Das veränderte Generationengleichgewicht und die völlig andere Bevölkerungsstruktur erfordern mutige Lösungen, an denen auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN arbeiten.

Erdmenger rief seine Partei auf,  Mindeststandards für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu entwickeln. Zudem sollte sich die Partei dafür einsetzen, Städte nicht ausdünnen zu lassen, sondern konsequent von außen nach innen zu schrumpfen. "Der bisherige Stadtumbau verkennt die finanziellen und ökologischen Realitäten", begründete er den geforderten Kurswechsel. Die bündnisgrüne Europaabgeordnete Geisla Kallenbach spann den Bogen von der Bevölkerungsentwicklung in osteuropäischen Staaten bis zum  Nahverkehr im ländlichen Raum. Prof. Gunter Steinmann, Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg, warf die These auf, dass Politik dem demographischen Wandel nicht tatenlos zusehen dürfte. "Handeln Sie durch eine nachhaltige Familienpolitik!" forderte er die Partei auf.