Frauenfeindliche Tarifgestaltung bei der AOK
"Die AOK Sachsen-Anhalt benachteiligt Frauen", empört sich Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, über die Bonussysteme der AOK. In den AOK-Angeboten für Zusatzleistungen sollen Frauen monatlich bis zu 20 Prozent mehr als Männer zahlen. "Das widerspricht dem Gleichstellungsgrundsatz, der EU-weit umgesetzt werden soll", betont Inés Brock. Sie fordert die AOK auf, ihre frauenfeindliche Tarifgestaltung zurückzunehmen.
Die bündnisgrüne Landesvorsitzende weiter: "Frauen sind gesundheitsbewusster und nutzen häufiger Vorsorgeuntersuchungen. Sie leben weniger risikogeneigt." Das gehe aus Befunden des ersten Frauengesundheitsberichtes in Deutschland hervor. Obwohl Frauen häufiger zum Arzt gehen würden, seien sie nicht häufiger krankgeschrieben als Männer. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die AOK die neuen sinnvollen Möglichkeiten der Gesundheitsreform nutzt, um Frauen stärker zur Kasse zu bitten", so die bündnisgrüne Landesvorsitzende.
Hintergrund: Frauen verdienen nur 70 Prozent dessen, was Männer im Durchschnitt verdienen. Dennoch zeigen sich viele Versicherungstarife frauenfeindlich. Die private Altersvorsorge, Lebensversicherungen und nun auch Krankenkassenbeiträge verweigern sich dem Uni-Sex-Tarif.
"Mit dem Gender-Bericht 2002 hat Sachsen-Anhalt eine Vorreiterrolle proklamiert, die mehr als hohle Phrase sein soll", so Inés Brock. Die Landesregierung ist in der Pflicht, sich gegen geschlechtsspezifische Mehrbelastungen einzusetzen", fügt sie hinzu.