Bedrohte Bahnstrecken in Sachsen-Anhalt

"Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee - auch für den Aufbau Ost zuständig - bereitet offenbar den Abbau des Ost-Schienennetzes vor", so Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Nach Presse-Verlautbarungen will das Bundesverkehrsministerium im Zuge der Privatisierung der Bahn dafür sorgen, dass in wenig genutzte Zugstrecken und Bahnhöfe nicht mehr investiert wird. Demnach ist vorgesehen, kleinen Stationen mit weniger als 100 Ein- und Ausstiegen pro Werktag und Zugstrecken mit weniger als 1000 Fahrgästen pro Tag die Bundeszuweisungen zu streichen. Auch die nachgeschobene Erklärung, dies betreffe nur Neu- und Ausbau trage nicht. "Der DB-Konzern vernachlässigt den Unterhalt der Nebenstrecken heute schon - investiert wird nur, wenn der Zustand schon so schlecht ist, dass der Bund Geld gibt", so der bündnisgrüne Landesvorsitzende.

. Dies betrifft zum Beipiel:

- Stendal-Uelzen
- Stendal-Tangermünde
- Stendal-Rathenow
- Stendal-Gardelegen-Oebisfelde
- Stendal-Salzwedel
- Haldensleben- Oebisfelde
- Wernigerode - Ilsenburg - Vienenburg
- Dessau - Berlin (über Belzig)
- Wittenberg - Jessen
- Bernburg - Güsten
- Merseburg - Querfurt
- Halberstadt - Blankenburg
- Köthen - Aken

Erdmenger: "Die Umsetzung der Pläne von Tiefensee würde bedeuten, dass dem Streckennetz in der Fläche der Geldhahn zugedreht werde. Dies wäre für die Bahnpolitik im Land eine tiefe Zäsur."

Und weiter: "Erschreckend ist, wie Tiefensee sich einmal mehr als willfähriger Erfüllungsgehilfe der falschen DB-Strategie von Herrn Mehdorn aufführt, nach der die Bahn nur noch im Fernverkehr stattfinden soll. Es ist an der Zeit, dass Jens Bullerjahn, hiesiger SPD-Landesminister und Vorsitzender des Forums Ost der SPD auf seinen Parteikollegen einwirkt."

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