Nur Absage an Braunkohle macht glaubwürdig
Zur heutigen Ankündigung von Ministerin Petra Wernicke, das Klimaschutzprogramm des Landes zu erneuern, merkt Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, an: "Glaubwürdigkeit in Sachen Klimaschutz kann die Landesregierung nur erreichen, wenn sie der Braunkohle als Klimakiller Nummer 1 eine Absage erteilt. Dazu gehört, die bestehenden Kraftwerke schrittweise zurückzufahren und vor allem keine neuen mehr zu bauen."
Vorhaben wie ein angedachter Kraftwerksneubau in Profen seien wegen der Umwelt- und vor allem Klimabelastungen keine Option für die Zukunft. Frederking: "Selbst wenn die alten ineffizienten Kraftwerke Deuben und Mumsdorf abgeschaltet werden, würde der geplante 660-MW-Neubau bei Profen 88 Prozent mehr CO2 in die Luft blasen und damit die energiebedingten Emissionen pro Mensch in Sachsen-Anhalt von 11 auf 12 Tonnen jährlich erhöhen."
Frederking weiter: "In Sachsen-Anhalt werden in acht Kraftwerken 45 Prozent des Bruttostromes aus Braunkohle erzeugt – diese Kraftwerke sind für 32 Prozent des energiebedingten CO2-Ausstoßes verantwortlich und ein Grund dafür, warum die Pro-Kopf-Emissionen Sachsen-Anhalts noch immer über dem Bundesdurchschnitt liegen." Es werde klar, dass die Klimaschutzziele mit der derzeitigen Kohleverstromung nicht erreicht werden können. "Die Hauptaufgabe eines ernstzunehmenden und zukunftsfähigen sachsen-anhaltischen Klimaschutz- und Energieprogrammes ist die Organisation des Braunkohleausstieges."
Nicht nur die Verbrennung von Braunkohle schädige die Umwelt – auch ihr Abbau habe ökologisch gravierende Folgen. Neue Tagebaugebiete, wie etwa im Burgenland geplant, würden die Entwurzelung von Menschen, den Verlust von wertvollem Ackerland und enorme landschaftliche und ökologische Schäden bedeuten.