Bayern stoppt Genmais-Offensive - Auch Böhmer muss zur Vernunft kommen
Eine bemerkenswerte Nachricht aus dem CSU-dominierten Bayern: Der Agrarausschuss des dortigen Landtages hat in dieser Woche einen Dringlichkeitsantrag der bündnisgrünen Fraktion angenommen. Demnach ist die bayerische Staatsregierung angehalten, den Erprobungsanbau für Gentechnik-Mais nicht weiter zu forcieren. "Die Bayern kommen zur Vernunft", so Sören Herbst, Mitglied des Landesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt. "Bei der Böhmer-Regierung warten wir darauf noch", fügt er hinzu.
Ähnlich wie in Sachsen-Anhalt hat auch im Freistaat die Landesregierung den vermeintlichen Nutzen eines großflächigen Erbprobungsanbaus gentechnisch veränderter Organismen propagiert. Auch hier war von einer "Vorreiterrolle" die Rede. Nach dem Rückzieher Bayerns bleibt Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland, dessen Landesregierung sich zu einem baldigen großflächigen Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen bekennt.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt fordern die Landesregierung auf, endlich den Verbraucherinteressen Rechnung zu tragen und die Gentechnik-Pläne aufzugeben. "Wenn Böhmer nicht handelt, setzt er wider besseren Wissens die wirtschaftliche Zukunft von Landwirten aufs Spiel und verunsichert Verbraucher. Er bedient ausschließlich die kommerziellen Interessen einiger großer Biotechnologie-Firmen", so Herbst.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN appellieren an die Landwirte in Sachsen-Anhalt, sich zu gentechnikfreien Regionen zu erklären, wie es schon in zahlreichen Bundesländern der Fall ist. "Das bayerische Beispiel zeigt, welche Wirkung dieses Vorgehen haben kann", so Herbst. Zahlreiche Regionen Bayerns hatten sich zu gentechnikfreien Zonen erklärt. Die CSU reagierte auf die örtlichen Initiativen von Landwirten und Kommunalpolitikern und stimmte dem Grünen-Antrag zu. In Sachsen-Anhalt soll es noch im Frühjahr zur Aussaat gentechnisch veränderter Weizen- und Maissorten kommen.