Kampagnen allein ändern keine Einstellungsmuster
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen die Demokratieoffensive der Landesregierung. "Damit wird klar, dass endlich auch die Landesregierung erkannt hat, Arbeit für Demokratie ist Arbeit gegen Rechtsextremismus", so Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. "Fatal wäre allerdings die Annahme, mit Kampagnen und Demokratiebus würde sich die Demokratieverdrossenheit der Bevölkerung nachhaltig verändern lassen."
Der Fokus der Landesregierung liege darauf, vor allem junge Leute zu erreichen, etwa durch weitergebildete Sozialkundelehrer. "Wenn aber antidemokratische Einstellungen in den Familien herrschen, geben Eltern und Großeltern diese an Jugendliche weiter. Auch hier muss angesetzt werden", so Erdmenger.
Die Grundlagen für demokratisches Handeln werde weniger in Kampagnen als mehr in geübter Praxis gelegt. "Das heißt, Sachsen-Anhalt braucht mehr Elemente direkter Demokratie im Land und in den Kommunen. Die Hürden für Volksbegehren und -entscheide müssen gesenkt werden. In den Kommunen sind transparente Bürgerhaushalte einzuführen. Auch die Einrichtung von Jugendparlamenten muss vorangebracht werden. Mit echtem Entscheidungsrecht binden diese junge Menschen ein."