"Braunkohle zerstört Arbeitsplätze"
"Wir beobachten mit Sorge, wie der MIBRAG-Konzern mit unseriösen Argumenten Stimmung gegen Oberbürgermeister Dieter Kmietczyk macht. Eindeutig läuft die Kampagne des Konzerns darauf hinaus, die Wahlentscheidung bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am kommenden Sonntag zu beeinflussen. Kmietczyk setzt sich für den Erhalt der von Abbagerung bedrohten Dörfer Röcken und Sössen und für die Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Tourismus ein. Er hat sich gegen ein neues Kohlekraftwerk bei Profen ausgesprochen und sieht die Chancen für die Region in der boomenden Branche der erneuerbaren Energien."
Frederking wehrt sich gegen die Behauptung der MIBRAG, ohne ein neues Braunkohlekraftwerk gingen tausende Arbeitsplätzen verloren. "Ohne dieses Kraftwerk würde die bestehende Braunkohlewirtschaft nicht von heute auf morgen eingestellt. In der Braunkohlefrage wird es darum gehen, in den nächsten 30 Jahren bis zur Auskohlung des Tagebaus Profen einen Ausstieg zu organisieren."
Von einem plötzlichen Verlust von Existenzen, wie von der MIBRAG als bedrohliches Szenario zur Durchsetzung eines neuen Kraftwerkes beschrieben, könne keine Rede sein. Frederking führt aus, dass ein neues Kraftwerk 100 bis 150 Arbeitsplätze bieten würde. Und diese seien nur verlagerte Jobs aus den abzuschaltenden kleinen Kraftwerken Deuben, Mumsdorf und Wählitz wären. Im Gegenzug würden 1000 Menschen ihre Heimat, ihre Häuser und ihre Wurzeln verlieren, weil ein neues Kraftwerk mittelfristig einen neuen Tagebau erfordert. "Ein Aufschluss bei Lützen zerstört Landschaft und Lebensraum, bestehende Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Tourismus gehen verloren."
Frederking weiter: "Braunkohle zerstört Arbeitsplätze. Gerade der Klimawandel erfordert zukunftsfähige Lösungen und nicht die Fortführung einer klimaschädlichen Braunkohleverstromung über das Jahr 2040 hinaus. Schon heute gibt es in Sachsen-Anhalt in der Branche der erneuerbaren Energien fünfmal mehr Arbeitsplätze als in der Braunkohlewirtschaft (10.000 zu 2.000)."