Frauenhäuser sichern!

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern anlässlich des diesjährigen Frauentages, die bedarfsgerechte Finanzierung von Hilfesystemen für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder zur staatlichen Pflichtaufgabe zu machen. "Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen und Frauennetzwerke sind oftmals die letzte und einzige Anlaufstelle für Betroffene. Umso wichtiger ist es, diese Einrichtungen dauerhaft und jenseits von Haushaltsproblemen zu sichern", so Undine Kurth, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Gewalt gegen Frauen ist für erschreckend viele Frauen und oft auch deren Kinder brutale alltägliche Realität. Jede siebente Frau hat seit ihrem 16. Lebensjahr sexuelle Gewalt erleiden müssen, jede vierte Frau ist Gewalt durch ihren Partner ausgesetzt. "Gewalt gegen Frauen geht uns alle an. Die Betroffenen dürfen nicht mit ihren Problemen allein gelassen werden", so Kurth.

Hintergrund: Bundesweit existiert kein einheitliches Finanzierungsmodell für die Arbeit der Frauenhäuser. Nach wie vor ist dies eine freiwillige Aufgabe der Kommunen und Landkreise. Das Land bezuschusst lediglich vertraglich fixierte Leistungen der Frauenhäuser. Die Arbeit mit den Kindern von betroffenen Frauen ist jedoch nicht Vertragsinhalt. In nur vier von insgesamt 20 Frauenhäusern in Sachsen-Anhalt ist eine Teilzeitstelle für die Arbeit mit Kindern vorhanden.

Kurth: "Wir fordern Sozialministerin Kuppe auf, sich dafür einzusetzen, dass die Ausstattung dieser für Frauen oft überlebenswichtigen Einrichtungen zur staatlichen Pflichtaufgabe wird. Schutz vor Gewalt darf nicht abhängig von der Haushaltslage oder einer bestimmten Regierungskonstellation sein."

 

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