Maßnahmekatalog gegen Kindesvernachlässigung
Am morgigen Sonnabend, 5. April 2008, trifft sich der Länderrat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Berlin. Unter dem Motto "Der Inhalt macht den Unterschied" wird die Partei inhaltliche und personelle Weichen für die Bundestagswahl im kommenden Jahr stellen. Die Delegierte aus Sachsen-Anhalt Inés Brock, sozialpolitische Sprecherin des Landesverbandes, bringt beim Themenkomplex Kinderpolitik ihren Antrag "Vorbeugung von Kindesvernachlässigung wirkungsvoll gestalten" ein.
Wenn Kindesvernachlässigung, Misshandlung und Kindstötung wirkungsvoll vorgebeugt werden solle, brauche es mehr als die kurzfristige Empörung über das Einzelschicksal zerstörter Familien. "Es braucht vor allem mehr als falsche, simple und frauenfeindliche Erklärungsmuster, wie sie der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Böhmer mit der Formel DDR-Abtreibungsrecht gleich mehr Kindesmisshandlung und Kindstötungen lieferte", heißt es im Text.
Der im Antrag vorgeschlagene Maßnahmekomplex in Kurzform:
1. Hilfeangebote statt Kontrolle und Überwachung
2. Eltern brauchen Stärkung. Dazu müssen Armut und Bildungsnachteile vermieden werden. Wir brauchen endlich Investitionen in unser Bildungssystem, damit Chancengerechtigkeit möglich wird.
3. Eine Wertediskussion ist notwendig. Es ist nicht egal, unter welchen Prämissen Kinder aufwachsen. Eine nationale Initiative zu einer ethischen Auseinandersetzung mit dem, was der zukünftigen Generation vermittelt wird, ist wichtig.
"Kinder brauchen den Schutz ihrer Eltern und den Schutz der Gesellschaft in Notlagen. Nur eine systematisierte Angebotsstruktur und eine gesamtgesellschaftliche Verantwortungsübernahme können Kinder ein sicheres Aufwachsen garantieren", heißt es abschließend.