Zum Brandanschlag in Lodersleben
Entsetzt reagieren BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt auf die Nachricht über einen Brandanschlag auf polnische Landwirtschaftshelfer.
"Es ist beschämend, dass wir ein Jahr nach dem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im Sangerhausen nun wieder einen Brandanschlag im Süden Sachsen-Anhalts zu verzeichnen haben", kommentiert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger.
"Eine solche Tat geschieht nicht aus heiterem Himmel" so Erdmenger weiter. "Die menschenverachtende Grundeinstellung, man könne ausländische Mitbürger mit dem Leben bedrohen, kommt in der Regel aus dem direkten Umfeld." Durch den Vorfall entstehe Sachsen-Anhalt ein weiterer Imageschaden, dies sei nicht zu verhindern. "Jetzt muss ein glaubwürdiges Signal der höchsten Repräsentanten von Querfurt, dem Saalekreis und dem Land her. Ausflüchte nach dem Motto 'Bei uns gibt es keine Fremdenfeindlichkeit' machen die Sache nur schlimmer."
Glück im Unglück sei es, dass niemand zu Schaden gekommen sei und die Täter schnell gefasst werden konnten. "Die Polizisten vor Ort haben schnell und konsequent reagiert. Jetzt kommt es darauf an, dass Staatsanwaltschaft und Polizei die Ermittlungen sorgfältig durchführen und Hintergründe aufklären." mahnt Erdmenger. In der Vergangenheit war es zu Fehlern bei den Ermittlungen gekommen, die die Gerichtsprozesse erschwert hatten. So hatte die mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt nach dem Brandanschlag in Sangerhausen darauf hingewiesen, dass bei der Beweisaufnahme für den rechtsextremen Hintergrund der Tat Fehler gemacht worden seien.