Frauenmangel und Männerüberschuss
Nach der Diskussionsveranstaltung am gestrigen Abend "Not am Mann - sind die Frauen schuld!?" unterstreichen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ihre Forderung nach einem geschlechterdifferenzierten Kinder- und Jugendbericht. Landesvorsitzender Christoph Erdmenger: "Männerüberschuss als Folge vermehrter Abwanderung von Frauen hat Auswirkungen auf das soziale Klima und die demografischen Entwicklungschancen. Wir brauchen neue Strategien in der Geschlechterpolitik, die Benachteiligungen abbaut und das Ziel konsequenter Gleichstellung verfolgt." Dazu sei fundiertes Datenmaterial über die Entwicklung von Jungen und Mädchen ein erster Schritt.
Erdmenger: "Ein erheblicher Teil der männlichen Jugendlichen in Sachsen-Anhalt steht ohne Schulabschluss bzw. mit schwachen Berufsaussichten da, während Mädchen mit ihrer besseren und höheren Bildung in die alten Bundesländer abwandern. Die Auswirkungen insbesondere auf dem Lande: viele Langzeitarbeitslose mit ungenügender Ausbildung, Frauenmangel und Männerüberschuss." Andererseits seien Führungspositionen im Land noch immer männerdominiert, Frauen gegenüber Männern in der Bezahlung benachteiligt.
"Eine geschlechterdifferenzierte Berichterstattung kann Grundlage für bessere Bildungspolitik und für die Kinder- und Jugendarbeit sein", so der bündnisgrüne Landesvorsitzende. "Wir fordern die Koalitionsparteien auf, eine regelmäßige und geschlechterdifferenzierte Kinder- und Jugendberichterstattung auf den Weg zu bringen.
Hinweis:
Die vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung erarbeitete Studie "Not am Mann - Von Helden der Arbeit zur neuen Unterschicht - Lebenslagen junger Erwachsener in wirtschaftlichen Abstiegsregionen der neuen Bundesländer" rückt erstmals die "männliche" Perspektive in den Vordergrund.