Ganztagsschulprogramm nicht weiter verschleppen
Nach einer aktuellen Erhebung hat Sachsen-Anhalt noch keinen einzigen Cent aus dem Ganztagsschulprogramm des Bundes abgerufen. "Die Landesregierung fördert auch in diesem Bereich konsequent das Schlusslicht-Image", so Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Chance, mit innovativen Konzepten die Schule als Lebensort zu entwickeln, sei bisher vertan worden.
Für den Ausbau zu Ganztagsschulen haben sich in Sachsen-Anhalt über 250 Schulen mit anspruchsvollen pädagogischen Konzepten im Kultusministerium beworben. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz auf, sich unverzüglich dafür einzusetzen, dass möglichst viele der vorliegenden Konzepte in den Regionen umgesetzt werden. "Es ist unverständlich, warum das Ministerium kostbare Zeit verstreichen lässt und zusätzlich bürokratische Hürden aufbaut", so Brock.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren die von Kultusminister Olbertz betriebene Politik der "Leuchtturm"-Projekte mit hohen Zuwendungsbescheiden an wenige größere Schulen. "Hier besteht die Gefahr, dass die Bundesmittel überwiegend für die Substanzerhaltung insgesamt und nicht für Investitionen zur Sicherung der Ganztagsangebote eingesetzt werden", so Brock. Wenn nur noch weniger als 50 Schulen zu den bestehenden 47 Ganztagsschulen hinzukommen würden, könne von flächendeckenden Ganztagsangeboten keine Rede sein. "Möglichst viele Schulen brauchen diese Investitionsmittel, besonders bisher vernachlässigte Sekundarschulen."
Aus dem Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung stehen Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren 126 Millionen Euro zur Verfügung. Im vergangenen Jahr hätte das Land rund 9,4 Millionen Euro abrufen können.