PM Nr.39-04 vom 06.04.2004

Weltgesundheitstag: Gesundheitsrisiko Dicksein

Ostdeutsche ernähren sich noch immer wesentlich ungesünder als Westdeutsche. Darauf machen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt anlässlich des Weltgesundheitstages am morgigen Mittwoch, 7. April 2004, aufmerksam. "Das Gesundheitsrisiko Dicksein trifft insbesondere Kinder", so Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Sie forderte von der Landesregierung vermehrte Anstrengungen, die Gesundheit von Kindern zu verbessern. "Wenn wir von Gesundheitsförderung sprechen, muss es eine umfassende Familienförderung geben", sagte sie.

"Viele Familien im Land sind in existenziellen Notlagen mit für Kinder schwierigen Startbedingungen", so Inés Brock. Im Bereich der Ernährung fehle es vielen Eltern am Bewusstsein für einen ausgewogenen Speiseplan - das heißt, auf dem Tisch landen zuviel Schweinefleisch, zu wenig Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte. Andererseits seien viele Familien gezwungen, am Essen zu sparen. "Ihre Kinder nehmen diese Erfahrungen auf und bilden als Erwachsene kaum ein anderes Ernährungsverhalten aus", so Brock.

Nach Ansicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN müssen Programme für Kinder entwickelt werden, die auch das gesundheitsfördernde Verhalten der Eltern stärken und die soziale Situation in den Blick nehmen. "Mit konservativen Ansätzen, die allein die soziale Einbettung des Kindes in die Familie betonen, kann Gesundheitsförderung nicht gelingen", so Brock. "Im von Ministerpräsident Böhmer angekündigten Handlungskonzept zur nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung muss es nicht nur um Geburtenanreize gehen, sondern vor allem um eine Verbesserung von Lebenssituation und Lebensqualität von Familien", fügte sie hinzu.

Laut einer Studie sind in den neuen Bundesländern 54 Prozent der Menschen übergewichtig (im Westen sind es 48 Prozent). Eine weitere Studie hat ergeben, dass die gegenwärtige Kindergeneration einen schlechteren Gesundheitszustand hat


© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN