Kernkraft ist keine Ökoenergie - Sachsen-Anhalt schafft es auch ohne Atomenergie
Anlässlich der Debatte um den Atomausstieg erklärt Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt:
"BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen mit Sachsen-Anhalt ein exzellentes Beispiel, wie eine Energieversorgung auch ohne Kernenergie realisiert werden kann. Mehr als 40 Prozent des Nettostromverbrauches stammen aus regenerativen Quellen. Sachsen-Anhalt ist damit im bundesdeutschen Vergleich Spitzenreiter. Die konsequente Umsetzung von Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung von Erneuerbaren Energien funktioniert!
Weltweit hat Atomenergie nur einen Anteil von 2,4 Prozent am Energieendverbrauch. Auch das Uran und die fossilen Energien werden in wenigen Jahrzehnten den Energiebedarf nicht mehr decken können, so dass die Erneuerbaren Energien diese Deckungslücke schließen müssen.
Sollten die Atomkraftwerke tatsächlich einen maßgeblichen Anteil zur Energieversorgung und zum Klimaschutz beitragen, müsste man die AKW-Zahl weltweit mindestens verzehnfachen (auf etwa 4.000). Das würde bedeuten, 20 Jahre lang müsste jeden zweiten Tag ein neues Atomkraftwerk mit einer Investitionssumme von jeweils fünf Milliarden Euro gebaut werden. Dies bedeutet weiterhin, dass die Uranvorräte nur noch acht Jahre reichen würden. Auch der Rohstoff Uran ist in seiner Reichweite stark begrenzt. Die aktuell geführte Diskussion berücksichtigt in keinster Weise, dass es wie beim Öl auch beim Uran eine Ressourcenverknappung geben wird.
Der Bau neuer Atomkraftwerke bedeutet aber vor allem eines - ein unkalkulierbares und um ein vielfach erhöhtes Sicherheitsrisiko für alle Menschen.
Beim Uranunfall in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin in dieser Woche schätzen unabhängige Forscher die Strahlenbelastung hundertmal höher ein, als die für das Gesamtjahr zulässige Obergrenze. Dieser Zwischenfall in Frankreich zeigt zum wiederholten male, wer auf die Renaissance der Atomenergie und den Neubau von Atomkraftwerken setzt, ignoriert die Risiken – Verschärfung der Endlagerproblematik, Ziele für terroristische und kriegerische Angriffe und die Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen."
