Ruinöser Wettbewerb auf dem Rücken der Fahrer

Mit Unverständnis reagieren Bündnis 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt auf die Proteste der Spediteure gegen Dieselpreise und LKW-Maut. "Das Speditionsgewerbe ist keine notleidende Branche in Deutschland, sondern wächst jedes Jahr um 5%." stellt Sebastian Striegel, Mitglied im Landesvorstand, klar. "Jeder Autofahrer erlebt seit Jahren, dass mehr und mehr LKW die Straßen verstopfen. Die Branche ist nicht in Not, sondern wächst nur etwas langsamer." In Ostdeutschland habe die Bahn dagegen freie Gütertransportkapazitäten.

LKW verbrauchen pro transportierter Tonne etwa doppelt soviel Energie wie die Bahn. Daher schlagen die steigendenden Dieselpreise so stark zu buche. Auch die Feinstaub- und Lärmbelastung durch LKW ist in Deutschland enorm. "Endlich geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Die Politik sollte sich hier durch Proteste nicht beeinflussen lassen." so Striegel. "Gerade kleine Unternehmen haben häufig noch Möglichkeiten, Sprit zu sparen: Durch Routenoptimierung, spritsparendes Fahren und kleinere Fuhrparks."

Schwieriger als die Situation der großen Unternehmen ist die Situation vieler Fahrer. "Es findet ein ruinöser Wettbewerb auf dem Rücken der Fahrer statt, auch weil Gewerkschaften kaum Einfluß haben. Schlechte Arbeitsbedingungen, Scheinselbstständigkeit und Entlassungen sind die Folge." so Striegel. Bisher gebe es aber keine Beweise, dass sich die Bedingungen in den letzten Monaten wirklich
verschärft hätten. "Proteste und Behauptungen alleine reichen da nicht aus."