Herr Kley und die Schmetterlinge
So, so, die Schmetterlinge... Wo sind sie geblieben", fragt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Gerry Kley, in Betrachtung seines "Lieblingsstrauches" im heimischen Garten (kundgetan in einer heutigen Verlautbarung an die Presse). "Wie rührend", kann sich Dorothea Frederking, Mitglied im Landesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, gerade noch eine Träne verkneifen. Das Wehklagen über zerstörte "Lebensnischen" der Falter setze also bei Herrn Kley durch persönliche Betroffenheit (fehlendes Geflatter in eben diesem Lieblingsstrauch) ein. "Immerhin scheint´s zu dämmern bei einem Mann, der Gentechnik, Kohlekraftwerke, niedrige Umweltstandards in Wirtschaft und Landwirtschaft sowie den Saalekanal ausdrücklich befürwortet. Ob das zu verändertem Handeln führt, ist allerdings ernsthaft zu bezweifeln."
Frederking weiter: "Kleine Nachhilfe für den traurigen Schmetterling-Fan: 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten in Deutschland stehen auf der Roten Liste. Über 70 Prozent der heimischen Lebensräume sind gefährdet, vier von fünf Fließgewässern sind deutlich verändert. Nur jede fünfte Aue ist natürlich erhalten. Agro-Gentechnik reduziert die biologische Vielfalt und gefährdet gentechnikfreie Pflanzen. Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern, die den Klimawandel vorantreiben. Niedrige Umweltstandards in Wirtschaft und Landwirtschaft zerstören "Lebensnischen". Der Saalekanal zieht den Ausbau der Elbe nach sich. Die Flusslandschaft Elbe mit ihrer hohen Dichte an Pflanzen- und Tierarten, die anderswo schon längst ausgestorben sind, ist damit bedroht."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben bereits konkrete Schritte für eine engagierte Biodiversitätspolitik in Sachsen-Anhalt vorgeschlagen.