Grüne appellieren, die Knochen der Schülerinnen und Schüler nicht zu überlasten

Zu Beginn des neuen Schuljahres weist der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt auf das Problem der meist zu schweren Schulranzen hin. "Die Rückenleiden von Morgen entstehen mit den Ranzen von heute," formuliert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger

Nach ärztlichen Aussagen soll das Ranzengewicht 10% des Körpergewichtes nicht überschreiten. Für einen Erstklässler mit 20 Kilo Körpergewicht heißt das: Ranzen und Inhalt dürfen zusammen nicht mehr als 2 Kilo wiegen.

In diesem Zusammenhang loben die Bündnisgrünen alle Lehrerinnen und Lehrer, die nur die wirklich benötigten Hefte und Bücher auf den Rücken der Schülerinnen und Schüler laden. Viele Bücher können in der Schule bleiben, wenn sie nicht zu Hausaufgaben benötigt werden.

"Lösungsmöglichkeiten dieses Problems gibt es viele und sie sind ohne großen Aufwand umsetzbar. Es besteht die Möglichkeit, in der Schule Schulexemplare der Bücher zu verwenden und die eigenen Bücher zuhause zu lassen. Bücher können von den Verlagen als Ringbuchausgaben angeboten werden, von denen nur die benötigten Seiten im Ranzen getragen werden müssen. Auch Halbjahres-Exemplare von Büchern oder Kapitel-Hefte sind denkbar", so Erdmenger.

In diesem Zusammenhang fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Landesregierung auf, bei der Zulassung von Schulbüchern nach §10a Abs1 des sachsen-anhaltischen Schulgesetzes das Buchgewicht zum Zulassungsmaßstab zu machen.

"Es gibt die Möglichkeit, Bücher ab einem bestimmten Gewicht nicht als Trageexemplare zuzulassen. Solche Bücher können entsprechend gekennzeichnet werden" schlägt Erdmenger vor.

Erdmenger: "Insgesamt ist auch das Ranzengewicht noch zu schwer. Wenn ein guter Ranzen nach der Schulranzen-DIN fast anderthalb Kilogramm auf die Waage bringt, ist er einfach zu schwer für die SchulanfängerInnen."

Gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen, Buchverlagen, Ranzenherstellern, Ärzten und der Landesregierung wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sich dafür einsetzen, dass die Kinder möglichst wenig Gesundheitsschäden aus der Schule davontragen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN rufen Eltern und LehrerInnen dazu auf, die Ranzen auf die Waage zu stellen. "Auch Modelle aus anderen Ländern, in denen Kinder gar keinen Ranzen benötigen, weil Bücher und Hefte in der Schule verbleiben, können als Vorbild für die kostengünstigere Gesundheitsvorsorge an den Schülerinnen und Schülern in unserem Land dienen", so Erdmenger.

An dieser Stelle heben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN positive Beispiele wie die Christliche Grundschule Aschersleben hervor, in der die Schülerinnen und Schüler schon heute keine Ranzen mehr benötigen.

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