Schwache Vorstellungen der Ministerin
Sachsen-Anhalts Bündnisgrüne begrüßen den Vorstoß der Landesregierung, mehr für den Klimaschutz tun zu wollen. Es sei richtig, ein Klimaschutzprogramm mit konkreten Schritten und Maßnahmen zu erarbeiten. Die Vorstellungen der Ministerin Wernicke seien allerdings zu schwach. "Nicht nur ein neues Steinkohlekraftwerk ist abzulehnen", so Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Konsequent müsse auch der Ausstieg aus der Braunkohle, dem klimafeindlichsten aller Energieträger, erfolgen.
Denn mit dem Ausbau der Braunkohleverstromung in unserem Bundesland können die Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Erdmenger: "Ministerin Wernicke müsste sich auch gegen ein neues Braunkohlekraftwerk positionieren, das für den Standort Profen mit einer Leistung von 660 MW im Gespräch ist. Selbst wenn die alten ineffizienten Kraftwerke abgeschaltet werden, würde das neue Kraftwerk aufgrund seiner Größe die Kohlendioxidemissionen pro Kopf in Sachsen-Anhalt von derzeit 11 Tonnen um eine weitere Tonne erhöhen. Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung."
Vielmehr müsse Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2020 die CO2-Minderung so hinbekommen, dass dann der Bundesdurchschnitt erreicht wird. "Das wäre eine energiebedingte Pro-Kopf-Emission von 7 Tonnen CO2 jährlich. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben ein Energiekonzept vorgelegt, das eine realistische Strategie zur umweltverträglichen und nachhaltigen Energieversorgung für Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2020 beschreibt. Es fußt auf einer konsequenten Senkung des Energieverbrauches und den Ausbau der erneuerbaren Energien," erklärt Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin der Bündnisgrünen.
Frederking führt aus, dass auf Basis der Ergebnisse des Konzeptes folgende Verbesserungen in Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2020 gegenüber heute machbar sind:
-20 % Senkung des Primärenergieverbrauches durch Einsparung und Effizienz -30 % Senkung des Energieverbrauchs der öffentlichen Hand
-23 % Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch – davon:
-über 60 % Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch
- über 20 % erneuerbare Energieträger zur Deckung des Wärmebedarfes -knapp 20 % Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch -35%ige Minderung des energiebedingten CO2-Ausstoßes gegenüber 2005 als Resultat der Maßnahmen