Euphorie über Solarbranche
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigten sich auf ihrer Wirtschaftskonferenz in Sachsen-Anhalt euphorisch über die Entwicklung der Solarbranche in dem Bundesland. "Mit den nun fast 4000 Arbeitsplätzen in der Photovoltaik- Industrie haben die Erneuerbaren Energien in Sachsen-Anhalt die Chemieindustrie eingeholt." sagte der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger. Weitere Themen der Konferenz der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN waren der Fachkräftemangel in der Wirtschaft und die Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie.
Sachsen-Anhalt lockt heute Investoren auf dem Weltmarkt erfolgreich mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften. Nach Angaben der Referenten auf der Konferenz kann das Bundesland manches Versprechen aber heute schon nicht halten. Für viele technischen Berufe wie Metalltechniker, erst recht aber für Ingenieursberufe fänden die Unternehmen kaum Bewerber. Dies sei dann Hemmnis für Erweiterungen und die Einstellung anderer Arbeitskräfte. "Wir brauchen bessere Bildung und mehr Zuwanderung - auch um den Boom der Solarindustrie fortzusetzen" konstatierte der Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich.
Einigkeit herrschte auf der Konferenz, dass die Bündnisgrünen in Zukunft einen Schwerpunkt bei der Bildungspolitik setzen.
Zum Aufakt der Konferenz hatte die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im sächsischen Landtag, Antje Hermenau, für grüne Wirtschaftspolitik geworben. Sie warnte vor dem "Nachbau West" als Motto der Wirtschaftspolitik und mahnte stattdessen die Konzentration auf Technologie, Talente und Toleranz an. Sie betonte den Kooperationsbedarf der drei Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Statt einer chancenlosen Länderfusion solle man sich aber daran machen, die Wissenschafts- und Wirtschaftsförderung für den Raum Leipzig-Halle-Jena besser zu koordinieren.