Aufruf zum Genfood-Boykott
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt rufen die Verbraucher auf, ab jetzt beim Einkauf auf die Kennzeichnung der Lebensmittel-Produkte bezüglich gentechnischer Bestandteile zu achten. "Jeder kann mit dem Einkaufswagen über Gentechnik abstimmen und sein Nein zu Genfood ausdrücken, indem er solche Produkte im Regal stehen lässt", so Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Ab 18. April 2004 sind die neuen EU-Verordnungen zu gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel in Kraft getreten. Sie sollen EU-weit vor allem die Kennzeichnung und die Rückverfolgbarkeit regeln. Damit wird die Wahlfreiheit von Verbrauchern und Landwirten gestärkt, weil jetzt wesentlich schärfere Kennzeichnungsregeln gelten als bisher.
Nicht gekennzeichnet müssen alle Produkte, die nicht aus, sondern mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden, z.B. Enzymen, die aber im Endprodukt nicht mehr enthalten sind. Auch unbeabsichtigte Spuren von gentechnisch veränderten Organismen unter 0,9 Prozent fallen nicht unter die Kennzeichnungspflicht, ebenso Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich weiter dafür ein, dass auch diese von der EU beschlossenen Kennzeichnungslücken geschlossen werden. Die CDU/CSU-Mehrheit im Bundesrat hat bisher verhindert, dass bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht gesetzlich verankerte Sanktionen in Kraft treten. Auch die Landesregierung Sachsen-Anhalts versucht, den von Verbraucherschutzministerin Künast vorgelegten Gesetzentwurf zur Gentechnik zu demontieren. "Die Böhmer-Regierung handelt bewusst gegen den Willen der Verbraucher. Statt die Skepsis in der Bevölkerung ernst zu nehmen, propagiert sie eine Biotechnologie-Offensive zugunsten der Gentechnik-Lobby ", so Ralf-Peter Weber. Und weiter: "Der Boykott von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ist das wirksamste Mittel gegen Gentechnik in den Supermarkt-Regalen und auf unseren Feldern", so Weber.