Obrigkeitsstaatlicher Vorstoß gegen Greenpeace
Die Reaktion der Landesregierung auf die Greenpeace-Aktion gegen die Aussaat von Öko-Weizen auf sachsen-anhaltischem Boden bewerten BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als völlig überzogen. "Es ist obrigkeitsstaatlich und rückwärtsgewandt, wie die Landeregierung jetzt versucht, Greenpeace in der Öffentlichkeit zu diffamieren", so Sören Herbst, Mitglied des Landesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Es sei nichts Neues, dass konservative Kräfte mit der Entziehung der Gemeinnützigkeit von Greenpeace drohen. "Greenpeace ist als Nichtregierungs-Organisation in unserer Demokratie eine wichtige Kontrollinstanz zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der Artenvielfalt", so Herbst. Und weiter: "Statt sich derart aufzuplustern, sollte die Böhmer-Regierung die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber Gentechnik endlich ernstnehmen und von ihrer propagierten Biotechnologie-Offensive ablassen." Das Geschrei nach strafrechtlichen Konsequenzen für Greenpeace diene nur als Ablenkungsmanöver. Denn: "Gefährlich ist der Anbau gentechnisch veränderter Organismen – für die Umwelt, für viele Arbeitsplätze im konventionellen und ökologischen Landbau", so Herbst.
Anfang Mai eröffnet Greenpeace ein Büro in der Magdeburger Innenstadt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen die Präsenz der Organisation vor Ort. Vertreter der Parteispitze nehmen an der Eröffnungsfeier teil.