Nach Tschernobyl: Energie aus Atomkraft darf nicht wieder hoffähig werden
Am morgigen Montag, 26. April 2004, jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 18. Mal. "Nach dem schlimmsten Reaktor-Unfall kann es nur eine Konsequenz geben – raus der Atomenergie-Nutzung", so Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Weber betonte, dass sich die Bündnisgrünen Sachsen-Anhalts gegen alle Versuche auch der Landesregierung Sachsen-Anhalts wehren, Energieerzeugung aus Atomkraft wieder hoffähig zu machen. Gleichzeitig kündigte er an, dass sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an Protesten beteiligen werden, wenn es tatsächlich zu Castor-Transporten vom sächsischen Rossendorf ins nordrhein-westfälische Ahaus durch Sachsen-Anhalt kommen sollte.
Die Risiken der Atomenergie seien unbestreitbar."Wer sich wie Landeswirtschaftsminister Rehberger hinstellt und für ein neues Atomkraftwerk ausspricht, agiert gegen das Sicherheitsinteresse der Bevölkerung", so Weber. Zu bedenken sei, dass es bis heute kein sicheres Endlager für radioaktiven Müll gebe. Bedrohlich sei zudem die Verbreitung atomaren Materials zu kriegerischen Zwecken und die Gefahr terroristischer Angriffe auf Atomkraftwerke. Atomkraft sei auch keinesfalls billig wie behauptet. Weber: "Indirekte Subventionen fließen durch die Übernahme des Versicherungsrisikos, ernorme Kosten verursachen Entsorgung und Lagerung von Brennstäben."
"Die Erneuerbaren Energien sind heute weltweit zu einem Symbol deutscher Innovation geworden", so Weber weiter. "Wenn es die Industrienation Deutschland schafft, seine Energieversorgung innerhalb weniger Jahrzehnte umzubauen, ermutigt dies andere Nationen, ihren Energiebedarf in einer nachhaltigeren Form zu stillen. Dies haben wir im Blick, wenn es um das Ziel des weltweiten Ausstieges aus der Atomenergie geht."