Ministerin Wernicke kommandiert wie in einer LPG
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt kritisieren scharf, dass bei der in Sachsen-Anhalt begonnenen großflächigen Aussaat von Gen-Mais die Öffentlichkeit nicht über Lage und Größe der Felder sowie über die Zahl der beteiligten Bauern informiert wird. "Es ist ein unverschämter und fadenscheiniger Vorwand, wenn Ministerin Wernicke die Umweltschutzorganisation Greenpeace als Grund vorschiebt, die Menschen im Unklaren über die in ihrem Lebensumfeld ausgebrachte Risikotechnologie zu lassen", so Landesvorsitzender Ralf-Peter Weber. Es sei anzunehmen, dass die Greenpeace-Aktion in Bernburg gegen den Anbau von Gen-Weizen gerade recht kam, um in der Informationspolitik ein derart obrigkeitsstaatliches Gehabe an den Tag zu legen.
Weber weiter: Die Landesregierung plustert sich gegen Greenpeace auf, unterstellt der Umweltschutzorganisation, mit ihrer Aktion an den Grundfesten freiheitlich-demokratischer Ordnung zu rütteln. Gleichzeitig lässt sie es in Sachen Gentechnik an jeglicher Transparenz fehlen. "Frau Wernicke kommandiert Landwirte und Verbraucher gleichermaßen wie in einer
LPG. Ihre Informationspolitik kommt der vor 1989 gleich, als Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg zum politischen Handwerk gehörten", so Weber.
(Im Volksstimme-Forum am 28. April 2004 sagte Frau Wernicke: "Dass über die Standorte nicht informiert wurde, das haben wir Greenpeace zu verdanken.")