PM Nr.56-04 vom 05.05.2004

Landesregierung bagatellisiert Risiken des Genmais-Anbaus

Die heutige Pressekonferenz zum Genmais-Anbau in Sachsen-Anhalt hat nach Ansicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN keinerlei Transparenz zum großflächigen Anbau von genmanipulierten Pflanzen in Sachsen-Anhalt gebracht. "Die Minister Rehberger und Wernicke führen die Öffentlichkeit weiter an der Nase herum und üben sich in unerträglicher Weise darin, die Verbreitung einer gefährlichen Risikotechnologie zu bagatellisieren", so Sören Herbst, Landesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Laut EU-Richtlinie zur Freisetzung von GVO müssen die genauen Anbau-Standorte öffentlich gemacht werden. Dies gilt entgegen der Aussagen von Frau Wernicke auch für den Erprobungsanbau in Sachsen-Anhalt. Herbst: "Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Sachsen-Anhalt haben das Recht auf umfassende Information über die Risikotechnologie Agro-Gentechnik in ihrem Land."

"Es ist Fakt, dass es in Sachsen-Anhalt zu einem ersten Erbrobungsanbau von gentechnisch verändertem, schädlingsresistenten Mais kommt", so Sören Herbst. "Dies bedeutet einen Dammbruch." Empörend sei, dass mit Steuergeldern aus Sachsen-Anhalt eventuelle Haftungsfragen etwa in anderen Bundesländern wie z.B. Bayern bereinigt werden sollen. "Nicht nur die Landesmittel, sondern auch Fördergelder, die InnoPlanta bekommt, bilden den Entschädigungsfonds. "Herbst: "Es ist unverfroren, dass die Gemeinschaft für das Risiko einzelner geradestehen soll."

Sogar Reheberger räumt als Gentechnik-Laie ein, dass eine es "100-prozentige Koexistenz" zwischen Gentechnik- und konventioneller Landwirtschaft nicht geben kann. "Der Minister sollte die Konsequenz daraus auch gleich benennen: den Verbrauchern und Landwirten wird die Wahlfreiheit genommen. Ohnehin malen Rehberger und Wernicke uns eine rosige, blühende Gen-Landschaft als erstrebenswerte Zukunftsperspektive", so Herbst. Und weiter: "Grüne Gentechnik nutzt den Verbrauchern rein gar nichts. Nutznießer sind lediglich eine Handvoll weltweit operierender Konzerne."

 


© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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