Saalekanal: Die Vernunft muss siegen

Nur wenige Tage, nachdem der Bund der Steuerzahler den Bau eines Saalekanals als größte Vergeudung öffentlicher Gelder brandmarkte, ist nun die Nachricht heraus, dass das Landesverwaltungsamt keine Bedenken gegen das Projekt hat. "Für uns ist die Entscheidung der Behörde nicht überraschend", so Undine Kurth, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Schließlich hätten langfristige Naturschutzaspekte und Wirtschaftlichkeit bei der Prüfung keine Rolle gespielt. "Die Vernunft muss dennoch siegen."

Kurth sieht für Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) die Gelegenheit, ihr Engagement für Natur- und Artenschutz unter Beweis zu stellen. "Schon allein der Bau des Kanal hat verheerende ökologische Folgen, abgesehen von den Spätfolgen für die Elbe, deren Ausbau der Kanal nach sich zieht. Es droht der Verlust der Auenlandschaft des letzten naturnahen Flusses", so die bündnisgrüne Landesvorsitzende. Erst kürzlich habe Wernicke eine Strategie zum Ausbau der Schutzgebiete angekündigt. "Ein Erhalt der FFH-Gebiete an unseren Flüssen ist hoffentlich inbegriffen. In der Angelegenheit Saalekanal ist es an der Zeit, dass Frau Wernicke die Auseinandersetzung mit Amtskollegen Daehre sucht."

Kurth appellierte gleichzeitig an die Binnenschiffer, sich für das Kanal-Projekt nicht vor den Karren spannen zu lassen. "Der Kanal verbessert die Bedingungen der Schifffahrt nicht, denn der Elbe fehlt das notwendige Wasser für Massenguttransporte. Der Kanal ist eine vorhersehbare 100-Millionen-Euro-Fehlinvestition, die später den Binnenschiffern angelastet wird", so Kurth.

 

twitter

wurzelwerk klein
Web 2.0 neu
Partei ergreifen - Mitglied werden!
button rss