Grüne fordern Umbau des Bildungssystems und eine Kindergrundsicherung
"Die beiden wichtigsten Strategien gegen Kinderarmut sind zum einen eine qualitativ hochwertige Infrastruktur im Bildungssystem und zum anderen existenzsichernde Transferleistungen", so Claudia Dalbert, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN anlässlich der Anhörung im Sozialausschuss des Landtages zum Thema "Handlungsoptionen gegen Kinderarmut". Nur eine qualitativ hochwertige Schul- und Berufsausbildung für alle und gerade auch für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern helfe, den Kreislauf von Bildungsarmut und materieller Armut zu durchbrechen. "Hierzu brauchen wir einen umfassenden Umbau des Bildungssystems", fordert Dalbert. Die zentralen Ansätze: zehnjährige gemeinsame Ganztagsschule, kostenloses Vorschuljahr, Förderung der Sprachkompetenz in Kindergärten sowie Lehrmittelfreiheit und kostenfreies Mittagessen.
Neben einem umfassenden Umbau des Bildungssystems wird eine Kindergrundsicherung gefordert. Das bündnisgrüne Konzept der Kindergrundsicherung sieht vor, dass jeder bis zum 18. Lebensjahr eine Kindergrundsicherung von 330 Euro bezahlt bekommt, die entsprechend der Leistungsfähigkeit der Eltern besteuert wird. Dalbert: "Dies ist existenzsichernd und sozial gerecht, weil die mehr bekommen, die weniger haben."
"Es ist ein Skandal, dass in Sachsen-Anhalt jedes 3. Kind unter der Armutsgrenze leben muss", so Inés Brock, sozialpolitische Sprecherin. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben zur Bekämpfung der Kinderarmut ein Konzept vorgelegt.
Bildungskonzept: Für mehr Bildungsgerechtigkeit in Sachsen-Anhalt