Gentechnik: Landesminister vernachlässigen Amtspflichten
Laut Bundesamt für Verbraucherschutz sind alle Länder, in denen Genmais ausgesät wurde, über Details informiert worden. Die genauen Anbau-Standorte müssen die Landesregierungen bei den Gentechnik-Firmen erfragen. "Es ist ein Skandal, dass Petra Wernicke und Horst Rehberger als zuständige Minister Sachsen-Anhalts noch immer die ahnungslosen Unschuldslämmer mimen", so Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Landesregierung lasse Konzerne schalten und walten, während naive Minister ihre Amtspflichten fahrlässig vernachlässigen. "Die Landesregierung hat beim großflächigen Anbau Transparenz und Begleitung versprochen. Sie sieht bei ihrer vollmundig propagierten Biotechnologie-Offensive selbst nicht durch", so Weber.
"Das Motto ist offenbar `Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß` - und dies bei einer umstrittenen Risikotechnologie. Es ist nicht hinnehmbar, was sich die Landesregierung in obrigkeitsstaatlicher Manier gegenüber den Menschen im Land herausnimmt", so Weber. Und weiter: "Die Fakten gehören offen auf den Tisch. Die Menschen haben ein Recht auf Informationen." Behauptungen, mit einer Verschleierungstaktik die Felder von Gen-Bauern schützen zu wollen, seien längst als scheinheilig entlarvt. "Wer für Umwelt und Verbraucher riskante Versuche mit einem Mantel des Schweigens bedeckt, beweist damit nur, dass er etwas vor der demokratischen Öffentlichkeit zu verbergen hat", so der bündnisgrüne Landesvorsitzende.