PM Nr.61-04

Hochschulen: Rotstift geht an die Substanz

Nach Ansicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN entsprechen die heute vorgelegten Pläne für die Hochschulstruktur Sachsen-Anhalts im wesentlichen dem vom Kultusministerium vorgegebenen Konzept vom Sommer 2003. "Einwände und Vorschläge der Hochschulen waren nie gefragt, obwohl Minister Olbertz wortreich den Dialog versprach", so Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Und weiter: "Wir erleben keinesfalls einen zukunftsorientierten Umbau der Hochschullandschaft, sondern einen Abbau zur Einsparung. Der Olbertzsche Rotstift geht an die Substanz und führt zu einer Qualitätsverschlechterung zum Schaden des Bildungs- und Wissenschaftsstandortes Sachsen-Anhalt."

Gegen das Bemühen, Strukturen konzentrieren und alte Fehlentscheidungen korrigieren zu wollen, sei nichts einzuwenden. Die obrigkeitsstaatliche Durchführung mache allerdings mögliche positive Effekte zunichte. "Minister Olbertz gefällt sich in der Rolle des harten Hundes. Vorsichtshalber hat er sich mit Rechten eines Lawmakers ausstatten lassen", so Brock. Wieder einmal erschrecke das Demokratieverständnis der Landesregierung. Brock: "Die Vorschläge der Rektoren wurden wie misslungene Aufsätze von Grundschülern abgetan, ausgewiesene Spitzen-Studiengänge werden geschlossen, verlagert oder beschnitten, Bedarfsberechnungen bleiben unbeachtet."

Nach Auffassung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kann weniger Geld nicht "mehr Qualität" bedeuten. Brock: "Die Universität Halle soll zum Beispiel mit weniger Finanzmitteln für die betreffenden Fakultäten deutlich mehr Lehramtsstudierende bei gleichbleibender Qualität ausbilden. Unmöglich." Und weiter: "Die Landesregierung verspielt wegen kurzfristiger Effekte die langfristige Entwicklungsperspektive des Landes. Nicht weniger, sondern mehr Geld muss in Hochschulen und Bildung fließen – auch in Zeiten knapper Kassen müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Der langfristig effektivste Einsatz von Steuergeldern ist die Investition in Köpfe."


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