"Mehr Bildung, mehr Zuwanderung, Rechtsextremismus stärker bekämpfen"

Die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Ostdeutschland stand am vergangenen Wochenende im Mittelpunkt der Konferenz "Im Herzen Europas oder am Arsch der Welt?". An der Veranstaltung der grünen Bundestagsfraktion nahm auch Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt teil. "Auf eigene Potenziale setzen mit Blick über den Tellerrand und offen für neue Wege - das ist die Chance für den Osten, für Sachsen-Anhalt", sagte er. Rechtsextremismus schade dem Wirtschaftsstandort im Land. "Er muss mit aller Entschiedenheit bekämpft werden."
Erdmenger hatte am auf der Konferenz vorgestellten "Grünen Leitbild für Ostdeutschland" Anteil und lenkte darin die Aufmerksamkeit auf den drohenden Fachkräftemangel. "Wir wollen Ostdeutschland als Lebens- und Arbeitsraum so stärken, dass junge Menschen hier bleiben können, wiederkommen, wenn sie weg waren oder auch neu nach Ostdeutschland kommen", heißt es im Papier. Nur so könne die sich abzeichnende Lücke bei Fachkräften und Hochqualifizierten geschlossen werden.
Erdmenger: "Sachsen-Anhalt muss weiter mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften bei Investoren werben können. Doch schon heute finden Unternehmen kaum Bewerber für viele technische Berufe wie Metalltechniker, erst recht nicht für Ingenieursberufe. Deshalb ist bessere Bildung und mehr Zuwanderung notwendig."
Erdmenger weiter: "Wirtschaftspolitik in Sachsen-Anhalt muss Köpfe werben, nicht nur Unternehmen." Mehr Zuwanderer würden Sachsen-Anhalt auch in anderer Hinsicht bereichern. So gründen Migranten überdurchschnittlich häufig neue Unternehmen und würden Sachsen-Anhalt auch kulturell bereichern. Nicht zuletzt würde auch der Bevölkerungsschwund mit all seinen negativen Konsequenzen auf den öffentlichen Haushalt und die Kosten der Infrastruktur gebremst.