PM Nr.63-04 vom 27.05.2004

InnoPlanta-Hotline ist eine Farce

Der Gentechnik-Firmen-Verbund InnoPlanta hat den Bauern die Möglichkeit eingeräumt, über eine Hotline mehr Informationen über den Erprobungsanbau zu erhalten. "Durch den immensen Druck der Öffentlichkeit sehen sich die Konzerne genötigt, Informationsbereitschaft zu demonstrieren", so Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Von Transparenz könne allerdings noch immer keine Rede sein, wenn die genauen Gen-Pflanzen-Standorte weiter geheim blieben. "Somit ist die angebotene Kommunikation eine Farce." Die genannte Info-Internetplattform entpuppe sich zudem als reine Werbung für Gentechnik.

InnoPlanta führt an, dass kein konventioneller Nachbar näher als 200 Metervon Gen-Mais-Feldern entfernt liegt. "Das zeigt, dass der sogenannte Erprobungsanbau weder wirtschaftlich noch wissenschaftlich bedeutsam ist. Es geht ausschließlich darum, Politik pro Gentechnik zu machen und den Konzernen das bequeme Bett in Sachsen-Anhalt zu bereiten", so Weber.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Betreiber auf, die Standorte bekannt zu geben. An die Adresse der Landesregierung geht die Forderung, das Gentechnik-Gesetz im Bundesrat nicht länger zu verzögern. Bisher behauptenMinister, der Erprobungsanbau diene der "Wahlfreiheit" und "Transparenz" bei der Agro-Gentechnik - dafür nutzen sie rechtliche Lücken aus, um im Bundesrat gleichzeitig im Verein mit anderen CDU-geführten Bundesländern die Novellierung des Gentechnik-Gesetzes zu blockieren. Somit kam es bisher nicht zur Umsetzung der EU-Freisetzungs-Richtlinie, zur Errichtung eines Registers und zum Schutz der gentechnikfreien Produktion.

 


© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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