Reform der Polizeiausbildung nicht sabotieren
Bündnisgrüne zur Kritik an der Auswahl zum Rektor der FH Polizei
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt fordern, bei der Diskussion um die Besetzung der Rektorenstelle an der FH Polizei, die Qualität der Ausbildungin den Vordergrund zu rücken. Die Aus- und Weiterbildung für Führungskräfte müsse praktische Probleme beim Umgang mit rechter Gewalt stärker in den Vordergrund rücken. "Einige Protagonisten scheinen mir formale Argumente vorzuschieben, um Änderungen bei der Polizeiausbildung in Sachsen-Anhalt zu sabotieren." kommentiert dazu der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger. "Herr Mönckmeyer hat erfreuliche Reformen bei der Polizeiausbildung angekündigt und legt ein hohes Tempo vor. Das scheint einigen nicht zu passen. Die Kritik kommt nicht zufällig auch von jenen, die auch angesichts der vielfältigen Probleme bei der Polizei in Sachsen-Anhalt immer noch nichts ändern wollen."
Nach Ansicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN liegt eine Ursache für die Polizeipannen der letzten Jahre in der Ausbildung von Führungspersonal der Polizei. Dies habe zuletzt auch wieder Prof. Raphael Behr bei der Anhörung zur Beschwerdestelle am 19.1. in Aschersleben bestätigt. "Unangemessenes Verhalten von Polizistinnen und Polizisten, z.B. gegenüber Opfern rechter Gewalt, geht auf ein Arbeitsverständnis in der Gruppe zurück. Es entsteht häufig, wenn die bei der Ausbildung erlernte Theorie sich nicht mit der Praxis auf der Straße zusammenbringen lässt. Führungskräfte müssen hier entgegensteuern. Dazu ist eine praxisnähere Ausbildung, wie sie Herr Mönckmeyer anstrebt, absolut zu begrüßen." fasst Erdmenger die Analyse derBündnisgrünen zusammen.
Erdmenger appelliert an alle Beteiligten: "Es ist bekannt, dass sich Polizei und Innenministerium in Sachsen-Anhalt mit den notwendigen Veränderungen nicht leicht tun. Wenn Formalia verletzt worden sein sollten, kann man das kritisieren. Den Eindruck zu erwecken, Herr Mönckmeyer wäre für die Arbeit nicht geeignet, ist aber unverantwortlich. Linke, FDP und CDU täten besser daran, sich stärker mit den Inhalten der Ausbildung an der FH auseinanderzusetzen als mit den Formalia der Rektorenauswahl."