5000 Solardächer für Sachsen-Anhalt

Chance für Solarboom in Sachsen-Anhalt nutzen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt haben sich auf ihrem kleinen Parteitag für die Solarwirtschaft stark gemacht. Am Freitagabend forderten die 25 Delegierten in Dessau mehr Solardächer in Sachsen- Anhalt zu schaffen. "In Sachsen-Anhalt trägt nicht einmal jedes 400ste geeignete Dach eine Solaranlage" kritisiert die energiepolitische Sprecherin des Landesvorstands Dorothea Frederking. In Bayern sei es hingegen schon jedes 30 Dach. "Dabei stellten sich neben den positiven ökologischen Wirkungen enorme
wirtschaftliche Vorteile ein." 

"Land und Kommunen sollen Dachflächen ihrer Gebäude, deren Nutzung für 20 Jahre gesichert sind, über Solarbörsen (z.B. der Kampangne solarlokal) privaten Investoren zur Anmietung/Pachtung anbieten", heißt es in der Beschlussfassung. Die Preise für Solarzellen seien in den letzten Wochen um bis zu 20% gesunken - das mache  Investitionen noch wirtschaftlicher. Gastreferent Peter Rubeck vom Bundesverband Solarwirtschaft hatte zuvor den Delegierten dargelegt, dass Sachsen-Anhalt in der Photovoltaikproduktion die Nummer 1 in Deutschland ist, in der Nutzung der Anlagen zur Sonnenstromerzeugung aber nur auf Platz 11 im Ranking aller Bundesländer liege.  Auch bei den solarthermischen Anlagen für  warmes Brauchwasser und Heizung sei das Potenzial noch lange nicht
ausgeschöpft - Sachsen-Anhalt steht hier auf Platz 10 im Ländervergleich. 

"Grüne Wirtschaftsideen schaffen Arbeitsplätze, das zeigt sich in der Solarindustrie in Sachsen-Anhalt" kommentiert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger, der zusammen mit Frederking die wesentlichen
Vorschläge zum Ausbau der Solarenergienutzung in Sachsen-Anhalt gemacht hatte. Er kritiisiert aber: "Die Solarzellenproduktion hier haben wollen, aber selber kaum Anlagen abnehmen - das geht nicht zusammen." Frederking stellte die wirtschaftliche Bedeutung für das Land heraus: "Die regionale Nachfrage nach Solaranlagen stützt die heimische Industrie, Handwerksbetriebe bekommen Aufträge durch die Installationen von Anlagen, eingespartes Geld für konventionelle Energieträger wie z.B. Öl oder Gas bleibt in der Region und bringt mehr Kaufkraft." 

Erdmenger forderte die Landesregierung auf, sich ein ehrgeiziges Ziel zu setzen: "5000 zusätzliche Solaranlagen im Laufe des Jahres zur Warmwasserbereitung und zur Stromherstellung sind möglich." Land und Kommunen sollen nach dem Willen der Bündnisgrünen bei Bauvorhaben aus Mitteln aus dem Konjunkturpakets darauf achten, dass Solaranlagen installiert würden. In diesem Zusammenhang
kritisierte Erdmenger, dass Kohlekraftwerke aus Mitteln der Solidarpakts Geld bekommen, Solaranlagen hingegen nicht. 

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