Langfristiger Plan für Umstellung der Braunkohleindustrie gefragt
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt weisen angesichts des bevorstehenden Eigentümerwechsels der MIBRAG auf die Chancen für eine Umwandlung des Unternehmens hin. "Wirtschaftsminister Haseloff muss bei den Verhandlungen auf ein zukunftsfähiges Konzept drängen", fordert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger. "Subventionen darf es nicht für ein einfaches 'Weiter so' geben"
Bisher erhält die MIBRAG erhebliche Hilfen des Landes, da das Land auf etwa acht Millionen Euro jährlich aus der Förderabgabe nach Bergbaugesetz verzichte. Zudem seien Subventionen für neue Investitionen, etwa in neue Kraftwerke vorgesehen. Erdmenger: "Es kann nicht sein, dass die Landesregierung mit einem neuen Braunkohlekraftwerk in Profen die Technik von gestern subventioniert, anstatt in die Zukunft zu investieren. Die MIBRAG hat durch die Nutzung des bestehenden Braunkohleabbaus und die Verträge mit dem Kraftwerk Schkopau mehr als 20 Jahre Zeit, die Umwandlung zu schaffen. Sie muss aber heute damit beginnen."
Konkret schlagen die Bündnisgrünen als Zukunftsfelder vor, dass sich das Unternehmen in drei Bereichen spezialisieren könnte: Erstens könne das anlagentechnische Knowhow aus dem Kraftwerksbetrieb genutzt werden, um Energiespardienstleistungen in der Industrie anzubieten. Zweitens solle sich das Unternehmen zu einem Fernwärmespezialisten entwickeln, denn schon heute werde zu wenig der in den Kraftwerken vor Ort erzeugten Abwärme genutzt.
Drittens könne das Unternehmen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien einsteigen, denn chemisch verhalte sich Biomasse sehr ähnlich wie Braunkohle.