Ausbaggern der Tongrube Möckern vorbereiten!
Nach der Veranstaltung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Müllskandal in
Sachsen-Anhalt am gestrigen Abend in Ladeburg fordern Bundestagsabgeordnete
Undine Kurth und der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger die Ausbaggerung
der Tongrube Möckern sofort vorzubereiten:
"Es besteht kein Zweifel mehr, dass in den Tongruben Vehlitz und Möckern
Abfälle lagern, die dort nicht lagern dürften. Diese produzieren täglich
Schadstoffe, die an die Luft abgegeben werden und für den Gestank in den
umliegenden Dörfern verantwortlich sind. Das Abfackeln der Fäulnisgase hat
nicht den erwünschten Erfolg zur Minderung des Gestanks. Aus Umweltsicht ist
es nur eine Notmaßnahme, die allenfalls einenn Teil der denkbaren
Schadstoffe beseitigt. Außerdem reichern sich die Schadstoffe im Wasser an,
das zumindest die Tongrube Möckern zum großen Teil auffüllt. Es ist zu
befürchten, dass kontaminiertes Wasser die Grube auch wieder in Richtung
Grundwasser verlässt. Die Tongrube muss in dem Zustand, in dem sie jetzt
ist, als eine wilde Deponie angesehen werden - und wird mit jedem weiteren
Tag zu einer schwieriger zu handhabenden Altlast.
Dennoch warten die Landesbehörden erst einmal ab, machen Messungen und
wollen im Juni anfangen, über ein Sanierungskonzept nachzudenken. Wäre die
Tongrube eine Deponie nach Abfallrecht, müßte sie konsequenter handeln. So
verstecken sich die beiden Ministerien hinter dem Argument, dass die
Tongrube nach Bergrecht behandelt werden muß. Argumente, welche Vorteile
diese Vorgehensweise für die Umwelt bieten soll, sind keine genannt worden -
auch nicht von den anwesenden Vertretern des Landesamtes für Bergbau und
Geologie und des Landesamtes für Umweltschutz.
Anstatt zu hoffen, dass es in den Tongruben vielleicht doch nicht so schlimm
aussieht, wie die Anwohner befürchten, sollte die Landesregierung jetzt
konsequent handeln. Ein Feilschen um Zuständigkeiten ist jetzt nicht
gefragt. Sondern es muss ein Konzept zur Ausräumung der Tongrube und der
ordnungsgemäßen Beiseitigung auf den Tisch. Mit jedem Monat, der vergeht,
sinkt die Lebensqualität der Anwohner und steigt der Preis der späteren
Sanierung."