Nach Urteil in Dessau:
Mord als Tat mit rechtsextremem Hintergrund in die Statistik aufnehmen
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen die angemessen harten Urteile des Landgerichtes Dessau für zwei Männer, die vor einem Jahr einen 50jährigen Obdachlosen in Dessau-Roßlau ermordeten. "Auch dass die Urteile relativ kurze Zeit nach der Tat gesprochen wurden, ist löblich", so der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger. Er kritisierte jedoch, dass das Gericht nicht klar herausstellte, dass die Tat einen rechtsextremistischen Hintergrund gehabt habe.
"Die Ermittlungen hatten ergeben, dass beide Täter rechtsextreme Musik hörten und Thor-Steinar-Kleidung trugen, eine bei Rechtsextremen beliebte Marke", so Erdmenger. Das Gericht hätte mit seinem Mitteln eine Warnung aussprechen können, wohin offenkundige rechte Gesinnung führen könne. "Wer rechte Musik hört, Kleidung mit rechtsextremen Motiven trägt und rechtsextreme Inhalte auf dem Handy hat, stellt sich in eine Reihe mit Mördern", gibt der bündnisgrüne Landesvorsitzende zu bedenken. Er forderte das Innenministerium auf, den Mord von Dessau in die Statistik rechtsextremer Gewaltdelikte aufzunehmen.