Grüne zum Eigentümerwechsel bei der MIBRAG
Chance nutzen, um sich breiter aufzustellen
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt bezeichnen den Eigentümerwechsel bei der MIBRAG als Chance für das Unternehmen. "Jeder weiß heute: Der Abbau von Braunkohle bietet nur noch für eine Übergangszeit von etwa 20 Jahren eine Geschäftsgrundlage." konstatiert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger. "Der Blick des Unternehmens muß daher weiter reichen als nur bis zum nächsten Kohleloch in der Landschaft. Dazu müssen die Entscheidungsträger in Land und Kreis jetzt den Dialog mit der MIBRAG beginnen." fordert er gemeinsam mit dem bündnisgrünen Kreistagsmitglied Dorothee Berthold.
Die Bündnisgrünen weisen dabei auf die veränderten Rahmenbedingungen hin. War Kohleförderung früher einmal ein Baustein für wirtschaftlichen Erfolg von Regionen, ist er heute ein Problem. Die zunehmende Bedeutung von Lebensqualität in der Region ist mit Kohlelöchern nicht vereinbar. Dies gilt für den Tourismus ebenso wie für die Attraktivität der Region für gut ausgebildete Fachkräfte. "Braunkohleverstromung gerät wirtschaftlich unter Druck, weil sie heute mehr und mehr für die Umweltkosten aufkommen muß, die sie verursacht, z.B. über den Europäischen Emissionshandel." fügt Erdmenger hinzu. "Niemand sollte sich heute auf den Gedanken ausruhen, dass Kohle im Strommix unersetzbar sei. Auch Sachsen-Anhalt wird in 30 Jahren ohne Kohlestrom auskommen. Niemand sollte heute die Augen verschliessen und dann morgen darüber klagen, wenn das Unternehmen wirtschaftliche Probleme bekommt." kommentiert Berthold, die gerade als Stimmenkönigin in den Lützener Stadtrat gewählt wurde.
Berthold stört sich besonders an der Hoffnung auf die CO2-Endlagerung: "Die Technik ist nicht ausgereift und teuer, das Geld ist besser in den erneuerbaren Energien zu investieren" stellt sie klar. Erdmenger ergänzt: "Sachsen-Anhalt hat nur ein potentielles CO2-Endlager und das liegt in der Altmark. Dass hier Platz für CO2 aus Profen wäre, ist eine Illusion."