GRÜNE beklagen Daehres (CDU) scheinheilige Verkehrspolitik
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt fürchten um den Erhalt des UNESCO-Welterbgebietes Gartenreich Dessau-Wörlitz. "In Dresden hat die UNESCO gezeigt, dass sie sich nicht jede Provinzpolitik gefallen lässt" sagt die Landesvorsitzende Claudia Dalbert. Mit dem falschen Satz "Das Schiff ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, das wir haben", forderte Landesverkehrsminister Daehre letzte Woche zum Ausbau der Elbe auf. Eine weitere Vertiefung der Elbe würde jedoch – wie von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost zuvor angemerkt, eine erhebliche Gefährdung der Schutzgebiete, inklusive des UNESCO-Welterbegebietes Dessau-Wörlitzer Gartenreich, bedeuten. Für den Tourismus in Sachsen-Anhalt wäre dies ein unersetzlicher Verlust.
"Daehre ist scheinheilig, wenn er von "Umweltfreundlichkeit" spricht und gleichzeitig bereit ist, für seine ehrgeizigen Wasserstraßenpläne selbst das UNESCO-Welterbegebiet und das UNESCO-Biosphärenreservat "Mittelelbe" zu gefährden", so die Landesvorsitzende Claudia Dalbert.
Jetzt offenbart sich auch, wie Daehre taktiert. Seit Jahren setzt sich Daehre für den Bau des Saale-Elbe-Kanals ein, allerdings immer mit dem Zusatz, die Elbe selbst nicht ausbauen zu wollen. Diesen Zusatz hat Daehre nun in aller Öffentlichkeit über Bord geworfen. Ihm geht es offensichtlich nur um große Bauprojekte, die die Menschen an Elbe und Saale und die Natur zu zahlen haben, selbst wenn der Nutzen höchst fraglich ist. "Daehre hat die Bevölkerung mit seiner Salamitaktik jahrelang getäuscht. Er hat nun gestanden, was er wirklich vorhat" urteilt Claudia Dalbert. "Dafür sollten wir ihm fast dankbar sein".