PM Nr.82-04 vom 11.07.2004

Ministerin verschickt naive Werbesendung für Gentechnik

Derzeit bekommen Gegner der Agro-Gentechnik, die ihre Kritik am Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Sachsen-Anhalt in Schreiben an die Landesregierung äußerten, einen Rundbrief von Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke (CDU). Darin äußert die Ministerin die Hoffnung, den Adressaten "Ängste davor zu nehmen, dass die Grüne Gentechnik mit Risiken für die Gesundheit und Ökosysteme verbunden ist". "Mit dieser naiven Werbesendung, die ich hier in den Händen halte, ist es nicht getan", so Peter Lehmann, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen im Kreistag Wernigerode und Empfänger solchen ministeriellen Schreibens.

Die Ministerin lobpreist in ihrem Brief die Biotechnologie-Offensive, die zum Ziel habe, "die Entwicklung dieser zukunftsweisenden, innovativen Technologie weiter zu befördern". Die grüne Gentechnik stelle keinen unangemessenen oder ethisch illegitimen Eingriff dar, sondern sei eine verantwortbare Weiterentwicklung erfolgreicher Züchtung mit modernen Mitteln." Lehmann: "Mit dieser Behauptung nimmt die Ministerin ein Ergebnis voraus, für dessen Prüfung sie erst wirbt." Sie betone im gleichen Schreiben, dass "praktische Erfahrungen und damit verlässliche Ergebnisse" durch den Erprobungsanbau gewonnen würden.

Lehmann bezeichnet den Inhalt des Schreibens als "Pfeifen im dunklen Wald: Wir haben alles im Griff und alles ist rechtlich abgesichert." Diese Informationspolitik erinnere ihn fatal an "Beteuerungen der DDR-Führung nach der Tschernobyl-Katastrophe", sagte er und fordert die Ministerin auf: "Sie wissen es besser. Handeln Sie auch danach."

Peter Lehmann hat ein Antwortschreiben an die Ministerin verfasst, das Sie, ebenso wie den Rundbrief, im Anhang finden.

 


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