Subventionen für Kohlekraftwerke streichen
Der Energiekonzern RWE will auf den Bau eines Steinkohlekraftwerkes bei Arneburg verzichten - unter der Bedingung, dass Atomkraftwerke länger am Netz bleiben. "Das Bild von Pest und Cholera passt hier haargenau", zeigte sich Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, besorgt. Kohle und Atom würden zu einer rückwärtsgewandten Energiepolitik gehören. Dass Wirtschaftsminister Reiner Haseloff diese Nachricht kommentarlos verbreite, sei völlig unverständlich.
Dem Konzern dürfte nicht entgangen sein, dass Sachsen-Anhalt kein Atomstrom produzierte. "Das Land kann auf Atom und neue Kohlekraftwerke verzichten", so Erdmenger. Schon jetzt werde Strom exportiert. "Der Bereich der Erneuerbaren Energien hat weiter Potenzial. Möglich ist es, etwa bis 2020 60 Prozent am Bruttostromverbrauch mit ihnen zu decken."
Eine Langzeitverlängerung für Atomkraftwerke würde Investitionen in den Erneuerbaren Energien blockieren. "Das kann nicht im Sinne der Wirtschaftsentwicklung in Sachsen-Anhalt sein", so Erdmenger.